Die Geschichte der Familie Godeffroy ist untrennbar mit der Hamburgs verbunden. Scheint übertrieben zu sein, stimmt aber. Die hugenottische Familie stammt aus La Rochelle in Frankreich. Nach Aufhebung des Edikts von Nantes im Jahr 1685 resultierte daraus die Verfolgung der Hugenotten. So verließen Mitglieder der Familie Frankreich und ließen sich in Hamburg nieder. Dort gründeten sie das Handelshaus "Joh. Ces. Godeffroy & Sohn", das sich im 19. Jahrhundert zu einem der bedeutendsten Unternehmen der Stadt entwickelte. Unter der Leitung von Johann Cesar VI. Godeffroy (1813–1885) expandierte das Unternehmen weltweit. Neben den wirtschaftlichen Aktivitäten engagierte man sich auch in wissenschaftlichen Projekten und trug maßgeblich zur Erforschung und Dokumentation der Flora und Fauna in verschiedenen Regionen bei.
So verdanken wir der Familie den Hirschpark in Nienstedten in seiner jetzigen Form . Das im Hirschpark gelegene Damwildgatter, von dem der Park seinen heutigen Namen erhielt, ließ Cesar Godeffroy 1860 anlegen. Auch das klassizistische Landhaus J.C. Godeffroy des dänischen Architekten Christian Frederik Hansen und das um 1800 erbaute reetgedeckte Kavaliershaus sind bis heute erhalten. Hier hat die Familie nicht ständig gewohnt, es war der Landsitz, der vornehmlich, während der Sommermonate bewohnt wurde. In
diesem Zusammenhang sollten Sie sich auch vorstellen, wie die Familie
Godeffroy mit der Kutsche, über die Elbchaussee, ihren Sommersitz erreicht hat. Die Godeffroys waren übrigens nicht die einzigen, die außerhalb der Stadt über einen Sommersitz verfügten. Eine Landschaft, wie sie heute kaum noch vorstellbar ist, besaß seinerzeit den Charakter einer Sommerfrische.
Zu guter Letzt noch ein staunender Blick auf die gewaltigen Latifundien von J.C. Godeffroy. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich Johann Cesar Godeffroy eine „Grafschaft“ zusammengekauft, die vom Neß-Sand bis über den Klövensteen (den es damals als Wald noch nicht gab) hinaus reichte und auch noch Exklaven hinter Wedel besaß. Haben Sie das gewusst?
Erwähnt werden sollte zudem, dass in der Godeffroystraße 42 ein Stolperstein an Ilse Silbermann erinnert, die 1920 geboren und am 13. Juli 1942 in Auschwitz ermordet wurde. Dieser Stolperstein erinnert daran, dass auch in dieser Straße Menschen lebten, die durch das NS- Regime verfolgt und
ermordet wurden. Als regional erfahrener und verantwortungsbewusster Makler geben wir das gerne weiter.
Eine wenig befahrene, überwiegend von Anliegern genutzte Straße, ist der Kapitän-Dreyer-Weg in Blankenese. Hier stehen sowohl kleinere als auch größere Ein- und Zweifamilienhäuser. Ein ideales Wohnviertel für Familien mit Kindern. Nach unserer Einschätzung erfährt der Namensträger kaum die Beachtung und Würdigung, die er verdient hat.
Der im Jahr 1874 geborene und 1930 (viel zu früh) verstorbene Kapitän erfährt sogar im weit entfernten Ausland mehr Anerkennung als bei uns. So gibt es in Montevideo einen „Plaza Capitano Dreyer“, dessen Ursprung sich auf Untergang der „Monte Cervantes“ bezog. Der Blankeneser Segel-Club e.V. (BSC) benannte noch im gleichen Jahr einen Jugendausbildungskutter nach dem vorbildlichen Kapitän. Das große Zweischornstein-Passagierschiff der Reederei Hamburg-Süd stand 1930 unter dem Kommando des Kapitäns Theodor Dreyer, als es am 22. Januar bei Feuerland mit voller Fahrt auf einen flachen, unter Wasser liegenden Felsen lief.
Das Schiff sank nicht, sondern steckte auf der Felsnadel fest. So konnten die 1117 Passagiere alle gerettet werden. Auch die Mannschaft und der Kapitän verließen das Schiff. Am folgenden Morgen begab sich der Kapitän wieder an Bord und versuchte, mit Hilfe eines kleinen Transportschiffes, den riesigen Luxusliner freizuschleppen. Kapitän Dreyer war der Meinung, dass ein Kapitän an Bord gehöre. Unerwartet begann sich das Schiff zu bewegen und langsam kenternd vom Unterwasserfelsen zu rutschen. Dabei riss es den Kapitän mit in die Tiefe. Er starb den Seemannstod und wurde zum Helden.
Allerdings wurde er nie gefunden.
Die Benennung des Kapitän-Dreyer-Wegs spiegelt die maritime Tradition Hamburgs wider und ehrt die Beiträge von Persönlichkeiten aus der Seefahrt zur Entwicklung der Stadt. Als regional erfahrener und verantwortungsbewusster Makler geben wir das gerne weiter.